Schlunzpiepen

Nun streitet doch nicht!! »

Remind me... »

Heilige Recherche, Batman »

...und Saddam winkt »

Über mich »

Mein letztes Hemd »

Keine Freundin »

Schlunzpiepen »

Schlunzpiepen...



...gibt es mannigfaltig auf dieser Welt. Man trifft sie an der Arbeitsstelle, beim Einkaufen, Autofahren, im Vatikan, in der Politik, im Internet, einfach überall.

Doch wie beschreibt man sie am Besten, ohne sich auf bösartiges (und damit schlunzpiepiges) Niveau zu begeben und möglicherweise eine Anzeige wegen Beleidigung zu riskieren?

Also erst mal vorne weg: Osama bin Laden beispielsweise ist keine Schlunzpiepe. Dieser Mann ist ein gefährlicher Verbrecher und Mörder. Schlunzpiepen sind nicht gefährlich. Sie sind Nervensägen und können ihre Mitmenschen mit iherer Besserwisserei und Dummheit in den Wahnsinn treiben. Dennoch sind sie für die Menschheit im Allgemeinen harmlos. Meistens.

Beispiel 1: Eine Frau teilt ihrem Mann eines Morgens mit, daß sie ab sofort eine Diät machen würde. Am Abend beglückt er sie mit einer Riesenschachtel "Mon Cherie". Abgesehen davon, daß sie ihm schon x-mal gesagt hat, daß sie diese Pralinensorte nicht mag, drückt sie ihre Mißbilligung darüber aus, daß er es ihr so schwer macht, die Diät auch durchzuziehen. Seine Antwort? "Ich habe es doch nur gut gemeint." Darf man mit einem Menschen schimpfen, der es doch so gut mit einem meint? Natürlich nicht! 1:0 für die Schlunzpiepe. Der Frau bleibt nur das allabendliche Gebet: "Lieber Gott, beschütze mich vor denen, die es gut mit mir meinen". Und vor Schlunzpiepen!

Beispiel 2: Eine Bekannte, die sich fünf Minuten nach dem Kennenlernen selber zur Freundin erhoben hat ("für was hat man denn Freunde...") und dann ganz plötzlich den Kontakt abbricht. Man hinterläßt eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter. Nix. Eine weitere Nachricht (vielleicht hat sie die erste ja überhört). Nix. Man kommt ins Grübeln. Man läßt eine gewisse Zeit verstreichen und versucht es dann erneut ("Ja, hallo, ich bin es wieder, war wohl damals etwas ungünstig..."). Nix. Na gut - nun ist es eindeutig, sie hat einen zur Persona Non Grata erklärt. Aber warum? Man grübelt heftiger. Sucht seine Fehler. Fragt gemeinsame Bekannte ("Hast du eine Ahnung, warum...?"). Natürlich hat keiner eine Ahnung (das ist der Moment, in dem man mal darüber nachdenken sollte, ob es sich bei den gemeinsamen Bekannten auch um Schlunzpiepen handeln könnte). Man faßt sich ein Herz und ruft erneut an ("OK, ich habs kapiert - du magst mich nicht mehr, aber tu' mir den Gefallen und sage mir, warum!"). Nix. So etwas kann einen in tiefste Depressionen stürzen! Was muß man doch für ein abgrundtief schlechter Mensch sein, welch unsägliches Verhalten, welch widerliche Eigenschaften mögen einem zu Eigen sein? Man zieht sich in ein Schneckenhaus zurück, wagt sich kaum mehr aus der Wohnung, aus Angst, andere könnten dieses Mal, dieses Stigma ebenfalls sofort erkennen. Bis jemand fragt: "Sag mal, weißt du, was ich der (ja! genau derselben!) getan habe, die ruft mich nicht mehr zurück."

Beispiel 3: Nachbarn (nähere Beschreibung hier), die es selbst dann nicht kapieren, daß sie ihre Wohnung NICHT allabendlich in eine Disco verwandeln dürfen, wenn sie es nachts um 12 von zwei Streifenbeamten erklärt bekommen. Und nicht, daß nur ich mich belästigt gefühlt hätte. Auch andere verzweifelte Anwohner versuchten schon mehrfach, durch Rufe über den Hof ("Hallo! Hallo! Bitte machen Sie doch die Musik leiser!") endlich Ruhe zu erreichen. Worauf dann ein netter Herr intervenierte: "Halt's Maul und plärr hier ned rum nachts um dreie!"

Ich denke, bei diesen drei Beispielen sollte ich es erst mal belassen.