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Bank Job | Thriller | GB | 2008
Tipp

R: Roger Donaldson | D: Jason Statham, Saffron Burrows, Daniel Mays, Stephen Campbell Moore, James Faulkner, Alki David, Michael Jibson, Richard Lintern, Don Gallagher, Alistair Petrie, Gerard Horan, Peter De Jersey, Georgia Taylor
Kinostart: Donnerstag, 19.06.08

Was wirklich geschah, weiss bis heute niemand

Prinzessin Margaret, die 2002 verstorbene Schwester der englischen Königin, war zu Lebzeiten so etwas wie das schwarze Schaf im Clan der Royals. Vor allem ihre sexuellen Eskapaden mit wechselnden Liebhabern beiderlei Geschlechts sorgten für reichlich Unmut am Hofe. Als Anfang der 70er Jahre auch noch Pornofotos mit der adligen Lebefrau auftauchten, war die Queen alles andere als amüsiert.
In völliger Unkenntnis der Ereignisse im Buckingham Palast lässt sich der Kleinkriminelle Terry (Jason Statham) von seiner ehemaligen Geliebten Martine (Saffron Burrows) zu einem Bankraub überreden. Ein risikoloser Bruch soll das werden, mit einer für alle Beteiligten mehr als zufriedenstellenden Beute.
Terry heuert also eine Crew an und buddelt sich durch Londons Untergrund direkt in den Tresorraum. Alles läuft nach Plan. Doch kaum haben sich die Gangster mit dem Inhalt der Schließfächer aus dem Staub gemacht, geht der Ärger erst richtig los.
Was der Zuschauer bereits ahnt, wird nun auch Terry und seinen Kumpanen langsam gewahr: Sie sind reingelegt worden. Die Absicht der schönen Martine war es nämlich nicht, mit bescheidenem Aufwand ein Vermögen zu verdienen, sondern eine drohende Anklage wegen Drogenbesitzes abzuwenden. Ein Geheimdienstmann (Richard Lintern) hatte die Kabale inszeniert, um an die Sexfotos von Prinzessin Margaret zu gelangen, die ein Expresser dort deponiert hatte.
Die Story von „Bank Job“ basiert auf tatsächlichen Ereignissen – wenn auch die Details nicht bekannt sind. Fakt ist, dass 1971 ein Einbruch in die Lloyds Bank in der Londoner Baker Street stattgefunden hat. Wer hinter dem Verbrechen stand und was gestohlen wurde, ist allerdings nie bekannt geworden, da die britische Regierung aus Gründen der nationalen Sicherheit den Mantel des Schweigens über das Verbrechen hüllte.
Regisseur Roger Donaldson („Der Einsatz“) hat aus dem mysteriösen Stoff einen spannungsgeladenen Thriller gestrickt, der geschickt mit der Erwartungshaltung des Zuschauer spielt und ihn immer wieder in die Irre führt. Zudem spiegelt der Look und die Ausstattung des Films perfekt die Atmosphäre der 70er Jahre wieder – so macht Unterhaltungskino Spass.

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Der Stern des Soldaten | Drama | F/D | 2006
R: Christophe de Ponfilly | D: Sacha Bourdo, Patrick Chauvel, Mohammad Amin, Ahmad Shah Alefsourat, Gol Gotey, Denis Manohin, Elena Mikheeva, Serguey Sonovsky
Kinostart: Donnerstag, 19.06.08
Tipp

Im Dezember 1979 wurde Afghanistan von sowjetischen Truppen erobert. Dokumentarfilmer Christophe de Ponfilly erzählt in seinem Spielfilmdebüt die wahre Geschichte eines russischen Soldaten, der 1984 von den Mudschaheddin gefangen genommen und zu einem Mitglied der Widerstandsgruppe wird – eine Entwicklung, die der engagierte Film allzu hastig und damit wenig glaubwürdig schildert.

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Die Insel der Abenteuer | Comedy | USA | 2008
R: Jennifer Flackett, Mark Levin | D: Jodie Foster, Abigail Breslin, Gerard Butler, Christopher Baker, Peter Callan, Michael Carman, Rhonda Doyle, Morgan Griffin, Maddison Joyce
Kinostart: Donnerstag, 19.06.08
Tipp

„Little Miss Sunshine“ Abigail Breslin sitzt auf einer einsamen Insel fest — und ausgerechnet eine neurotische Schriftstellerin soll sie retten

Sie erlebt eine Kindheit, von der wir alle träumen: Die zwölfjährige Nim und ihr Vater sind die einzigen Bewohner einer paradiesischen Südseeinsel. Ihr Zuhause ist ein spektakuläres Baumhaus mit Internetzugang, ein Seelöwe ist ihr liebster Spielkamerad.
Nur wenn die monatliche Bücherlieferung kommt, wird das Naturkind zum Stubenhocker: Gerade ist der neueste Abenteuerroman ihres Lieblingsautors Alex Rover eingetroffen. Nim ist also in bester Gesellschaft, als Papa zu einem nächtlichen Segeltörn in See sticht: Der Meeresbiologe will eine seltene Planktonart erforschen. Doch er kommt nicht zurück. Stattdessen taucht vor der Küste ein Schiff mit Totenkopfflagge auf. Verzweifelt schickt Nim per E-Mail einen Hilferuf an den einzigen Mann, der sich mit Piraten auskennt: Alex Rover.
Was sie nicht ahnt: Ihr furchtloser Held heißt in Wirklichkeit Alexandra und ist nervlich eine Null. Die exotischen Schauplätze ihrer Romane hat die Schriftstellerin nur im World Wide Web bereist. Sie geht nie vor die Tür und erleidet beim Anblick einer Spinne eine Panikattacke. Aber schließlich packt Alex doch ihr Köfferchen und macht sich auf den Weg ins Abenteuer Leben.
Flossenball am Strand, ein Leguan-Luftangriff und der kleine Sonnenschein Abigail Breslin: Die herzige Kinderbuchverfilmung duftet nach großen Ferien. Aber der Coup dieser modernen Robinsonade ist natürlich Jodie Foster als hysterisches Phobienbündel Alex. Wenn ihr der Slapstick-Ausflug nur halb so viel Spaß gemacht hat wie dem Publikum, dürfte sie eigentlich nur noch Komödien drehen.
Für Erwachsene ohne Kinder gibt es gleich zwei weitere gute Gründe, den „Insel“-Abstecher mitzumachen: Gerard Butler („P.S. Ich liebe Dich“, „300“) und – Gerard Butler. Er spielt eine Doppelrolle als Nims fescher Vater und als Jodie Fosters abenteuerlustiges Alter Ego Alex Rover. Als charmanter (Fantasie-)Begleiter an ihrer Seite beweist der flotte Schotte, dass er – Verzeihung, Daniel Craig! – nicht nur einen guten Bond abgegeben hätte, sondern auch den perfekten Indiana Jones. Gebt dem Mann die Peitsche.

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Ein einziger Augenblick | Drama | USA | 2007
Tipp
R: Terry George | D: Joaquin Phoenix, Jennifer Connelly, Elle Fanning, Sean Curley, Mark Ruffalo, Mira Sorvino, Gary Kohn, Eddie Alderson, Antoni Corone, John Slattery, Linda Dano
Kinostart: Donnerstag, 19.06.08

Recht oder Rache? Joaquin Phoenix fahndet auf eigene Faust nach einem Unbekannten, der seinen Sohn getötet hat

Schneller als erlaubt rast Dwight (Mark Ruffalo) über die dunkle Landstraße. Mit seinem elfjährigen Sohn war er bei einem Baseballspiel, das länger dauerte als erwartet. Seine streitsüchtige Exfrau macht ihm am Telefon bereits die Hölle heiß. Da verliert er für einen kurzen Augenblick die Kontrolle über seinen Wagen und überfährt einen Jungen, der am Straßenrand spielt. Dwight zögert nur kurz, dann gibt er Gas und fährt davon.
IRA-Häftlinge, die in einem Hungerstreik ihr Leben riskieren („Mütter & Söhne“), der bestialische Völkermord in einem afrikanischen Land („Hotel Ruanda“) und jetzt die tragischen Folgen eines Verkehrsunfalls – fast scheint es, als habe sich Regisseur Terry George auf menschliche Tragödien spezialisiert.
Erstaunlich unsentimental illustriert sein Film nicht nur das Leid der Eltern, sondern auch die Verzweiflung und die Schuldgefühle des Unfallfahrers. Den Verlust ihres Sohnes bewältigen Ethan (Joaquin Phoenix) und Grace (Jennifer Connelly) auf sehr unterschiedliche Weise: Während sie in aller Stille trauert, forscht er verbissen nach dem flüchtigen Täter. Und je länger diese Suche dauert, desto größer wird sein Wunsch nach Vergeltung.
Die überraschenden Wendungen des Drehbuchs (und der Romanvorlage) erscheinen in manchen Momenten ziemlich gewagt, doch eines gelingt diesem bewegenden Film auf jeden Fall: Er erinnert uns daran, wie zerbrechlich das Leben ist.

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Ich will da sein – Jenny Gröllmann | Doku | D | 2008
R: Petra Weisenburger
Kinostart: Donnerstag, 19.06.08
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DDR-Kino war nicht nur Angelica Domröse und Corinna Harfouch. Sondern auch die bezaubernde Jenny Gröllmann (1947 – 2006), die 1984 mit Ulrich Mühe den Hölderlin-Film „Hälfte des Lebens“ drehte, was beide zum Defa-Traumpaar machte. „Sie war zufällig in der DDR. Sie hätte eine Weltkarriere machen können“, sagt ein Wegbegleiter in dieser facettenreichen Doku.

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Julia | Drama | F | 2007
R: Erick Zonca | D: Tilda Swinton, Saul Rubinek, Kate Del Castillo, Aidan Gould, Jude Ciccolella, Bruno Bichir, Horacio García Rojas, Gastòn Peterson, Mauricio Moreno, Kevin Kilner, Ezra Buzzington, Roger Cudney
Kinostart: Donnerstag, 19.06.08
Tipp

Tilda Swinton brilliert als haltlose Trinkerin, die sich zur beherzten Kämpferin für das Leben eines Kindes wandelt

Auf viel zu hohen Absätzen stöckelt sie über den Kies, schwankt verkatert durch das gleißende Licht der Morgensonne. Tilda Swinton verleiht diesem verlebten Partygirl die Züge einer abstoßenden, reptilienhaften Kreatur, die sich mit animalischen Instinkten ans Leben klammert.
Wie ein ungebändigtes Tier wirkt auch der Film, der scheinbar unkontrolliert alle Genregrenzen durchbricht, sich vom Trinkerdrama zum Roadmovie entwickelt und schließlich zum Gangsterthriller wird. Als Julia ihren Job verliert, kommt sie auf die irrwitzige Idee, einen neunjährigen Jungen zu entführen und seinen reichen Großvater zu erpressen. Wenn sie auf der Flucht einen Mann überfährt, das Kind in einem Motel an die Heizung fesselt und es mit vorgehaltener Waffe zum Schlafen zwingt, dann erreicht die Inszenierung eine fiebrige Intensität, die kaum zu ertragen ist.
Julia flieht nach Mexiko, wo das Unglaubliche passiert: Der Junge wird von einheimischen Gangstern gekidnappt. Das Lösegeld braucht sie nun dringender als je zuvor ...
„Julia“ stellt die Geduld des Zuschauers auf eine harte Probe. Immer wieder scheint die überlange Inszenierung jedes Gespür für den Rhythmus der Erzählung zu verlieren. Doch in dieser rohen, ungeschliffenen Kraft liegt auch der Reiz der Geschichte. Noch Monate später werden Sie sich an die Bilder des Films erinnern – wie an eine offene Wunde, die nicht verheilt.

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Jump | Drama | A/GB | 2007
R: Joshua Sinclair | D: Ben Silverstone, Patrick Swayze, Martine McCutcheon, Heinz Hoenig, Stefanie Powers, Richard Johnson, Anja Kruse, Wolfgang Fierek, Christoph Schobesberger, Adi Hirschal, Sybil Danning, Heinz Trixner, Cornelia Albrecht
Kinostart: Donnerstag, 19.06.08
Tipp

Ende der 20er Jahre streitet Patrick Swayze in Österreich für das Leben eines Mordverdächtigen

Die spannendsten Geschichten schreibt das Leben selbst. Wie die des Fotografen Philippe Halsman (1906 – 1979).
Bevor der jüdische Künstler 1959 mit seinen Fotos für das New Yorker Life-Magazin, auf denen er Promis wie Marilyn Monroe, Richard Nixon oder Salvador Dali Luftsprünge machen lässt, für Furore sorgt, gerät er 1928 in Österreich unter Mordverdacht: Sein Vater ist unter nie geklärten Umständen auf einer gemeinsamen Bergwanderung tödlich verunglückt, Philippe wird verurteilt.
Albert Einstein, Thomas Mann und Sigmund Freud setzen sich für ihn ein, und trotz des zunehmend antisemitischen Klimas wird Halsman (Ben Silverstone) tatsächlich begnadigt, geht in die USA und avanciert zum Meisterfotografen.
Regisseur Joshua Sinclair macht aus dieser Biografie ein mäßiges Fernsehspiel. Patrick Swayze müht sich redlich als jüdischer Anwalt Pressburger, kann sich aber in dieser österreichisch-britischen Co-Produktion ebenso wenig wie Heinz Hoenig, der Halsmans Vater spielt, oder Anja Kruse als Halsmans Mutter gegen die fahrige Regie, die dümpelnde Dramaturgie und die holzschnittartige Figurenzeichnung durchsetzen. Gänzlich unglaubwürdig: die Romanze zwischen Halsmans Schwester und Pressburger.
Zu allem Überfluss wird jede Szene mit aufdringlich melancholischer Geigenmusik zugekleistert. Man fragt sich, was dieses Drama im Kino soll. Tolles Thema, missglückter Film.

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Lucie et maintenant | Dokudrama | CH | 2007
R: Simone Fürbringer, Nicolas Humbert, Werner Penzel
Kinostart: Donnerstag, 19.06.08
Tipp

Ende der 20er Jahre streitet Patrick Swayze in Österreich für das Leben eines Mordverdächtigen

Die spannendsten Geschichten schreibt das Leben selbst. Wie die des Fotografen Philippe Halsman (1906 – 1979).
Bevor der jüdische Künstler 1959 mit seinen Fotos für das New Yorker Life-Magazin, auf denen er Promis wie Marilyn Monroe, Richard Nixon oder Salvador Dali Luftsprünge machen lässt, für Furore sorgt, gerät er 1928 in Österreich unter Mordverdacht: Sein Vater ist unter nie geklärten Umständen auf einer gemeinsamen Bergwanderung tödlich verunglückt, Philippe wird verurteilt.
Albert Einstein, Thomas Mann und Sigmund Freud setzen sich für ihn ein, und trotz des zunehmend antisemitischen Klimas wird Halsman (Ben Silverstone) tatsächlich begnadigt, geht in die USA und avanciert zum Meisterfotografen.
Regisseur Joshua Sinclair macht aus dieser Biografie ein mäßiges Fernsehspiel. Patrick Swayze müht sich redlich als jüdischer Anwalt Pressburger, kann sich aber in dieser österreichisch-britischen Co-Produktion ebenso wenig wie Heinz Hoenig, der Halsmans Vater spielt, oder Anja Kruse als Halsmans Mutter gegen die fahrige Regie, die dümpelnde Dramaturgie und die holzschnittartige Figurenzeichnung durchsetzen. Gänzlich unglaubwürdig: die Romanze zwischen Halsmans Schwester und Pressburger.
Zu allem Überfluss wird jede Szene mit aufdringlich melancholischer Geigenmusik zugekleistert. Man fragt sich, was dieses Drama im Kino soll. Tolles Thema, missglückter Film.

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Über Wasser | Doku | A/Luxemb. | 2007
R: Udo Maurer
Kinostart: Donnerstag, 19.06.08
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Zu viel, zu wenig, nie genug. Bei den jährlichen Überschwemmungen in Bangladesh kämpfen die Menschen ums Überleben, während die frühere Hafenstadt Aralsk heute in der kasachischen Wüste liegt und sich in den Slums von Nairobi alles um den täglichen Kanister sauberen Wassers dreht. Ein kluger, filmisch jedoch biederer Report über die existenzielle Bedeutung des nassen Elements.

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